Pressespiegel 2005
Geflammter Kardinal beim Apfeltag
Tag der Regionen lockte mehrere tausend Besucher nach Vörden
Vörden: Es war nicht die Hochzeit von Jacob Lebel und Ingrid Marie, die am Tag
der Regionen für Aufsehen sorgte. Dass sich der gesamte Apfeladel unter anderem
mit dem Brakeler aus Oeynhausen, den Gravensteinern, der Goldrenette von
Blenheim, dem Schöner von Boskoop sowie dem geflammten Kardinal in Marienmünster
ein Stelldichein gaben, lag vielmehr am 1. Vördener Apfeltag. Kräftig hatte der
Heimat- und Kulturverein der Stadt Marienmünster die Werbetrommel für sein
erstes Apfelevent gerührt, und er hatte Beachtliches auf die Beine gestellt.
Schon während des beeindruckenden Erntedankgottesdienstes verteilten die
Ministranten Streuobstwiesenäpfel an die Gottesdienstbesucher und Pater Gerd
Blick erinnerte in seiner Predigt an den Paradiesapfel, der für die Menschheit
zum Zankapfel wurde. Weiterhin brachte er den Apfel mit Königen in Verbindung,
die ihn mit Krone und Zepter als Zeichen der Macht und Würde gehalten hätten.
Besucher und geladene Gäste hieß der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins
Marienmünster, Heinrich Fiene, vor dem malerischen Kump willkommen. In einem
beherzten Appell an die Jugend erinnerte er daran, dass in der Regel nicht der
alte Mensch, der den Baum pflanzt, die Früchte erntet, sondern zumeist erst die
nachfolgende Generation. „Helft mit“, so Fiene, „damit es den Alten nicht zu
viel wird.“ Außerdem forderte er dazu auf, heimische Produkte zu nutzen. Fiene
weiter: „Kurze Wege, langer Genuss lautet das Motto der Apfeltage. Unsere Äpfel
sind einzigartig und gesund.“ Die Historie des regionalen Apfelanbaus beschrieb
Landrat Hubertus Backhaus in seiner Eröffnungsrede. So seien zum Beginn des 19.
Jahrhunderts die „qualifizierten Subjekte“ – gemeint waren die Lehrer – von der
königlichen Regierung dazu angehalten worden, Obstwiesen anzulegen und die
Kinder den Obstanbau zu lehren. Diese sollten mit ihrem Wissen dann wieder die
Eltern vom Wert und Nutzen des Obstes überzeugen. Gäste und Ehrengäste, darunter
die Bürgermeisterin der Partnerstadt Schönewalde, Ingrid Kluge, informierte
Bürgermeister Ulrich Jung darüber, dass beim 1. Vördener Apfeltag an 60 Ständen
gezeigt werde, was die Region zu bieten habe. „Von A wie Apfelsaft bis Z wie
Zeichnungen, drehte sich alles um die runde Frucht“, betonte Jung mit einem für
die Organisatoren verbundenen Dank. Das bunte Rahmenprogramm gestalteten unter
anderem die „Stacheligen Landfrauen“, die Dixielandband Warburg und die
spritzige Vördener Gruppe „Sound of Friendship“. Vergeblich warteten die
Besucher am Nachmittag auf Eckhard Uhlenberg. Der nordrhein – westfälische
Staatsminister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
hatte seinen Besuch kurzfristig abgesagt.
Neue Westfälische, Oktober 2005
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