Pressespiegel 2005
Gemeinsam stark gegen Billiganbieter
Bildungseinrichtungen setzen auf das Regionalmarketing „Kulturland Kreis
Höxter“
Kreis Höxter (WB). Es ist dringend erforderlich, auf die zunehmenden
Billigangebote von berufsvorbereitenden und berufsbegleitenden Maßnahmen durch
externe Anbieter, über deren Qualität nichts bekannt ist, zu reagieren. Diese
Meinung vertritt Landrat Hubertus Backhaus. Deshalb schlossen sich nun die
bewährten Anbieter aus dem Kreis Höxter unter dem Dach des Regionalmarketings
Kulturland Kreis Höxter ganz offiziell zusammen. Die Kreishandwerkerschaft
Höxter – Warburg, die Volkshochschule Höxter – Marienmünster und der VHS –
Zweckverband Diemel – Egge – Weser bauen damit ihre bisherige erfolgreiche
Zusammenarbeit als lokale Weiterbildungs- und Qualifizierungsträger aus, um auch
weiterhin den stetig wachsenden Bedarf im Kreis als regionale Bildungsträger zu
decken. Als berufliche Qualifizierung werden in diesem Fall Maßnahmen vor,
während oder nach der beruflichen Ausbildung bezeichnet, um den Absolventen
bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen und damit
Arbeitslosigkeit abzuwenden oder zu beenden. Im vergangenen Jahr wurden 1085
Jugendliche und Erwachsene durch die drei Bildungseinrichtungen
unterschiedlichen Maßnahmen und Programme geschult und betreut. Im laufenden
Jahr dürfte die Zahl noch höher sein. Ein Erfolg, den Landrat Hubertus Backhaus
auch auf die lokale Präsenz und das erfolgreiche Engagement der Einrichtungen
zurückführt. „Es ist die steigende Arbeitslosigkeit, die uns quasi verpflichtet,
die arbeitslosen Bürger im Kreis Höxter zu qualifizieren und somit ihre Chancen
auf einen Arbeitsplatz zu erhöhen“, machte Landrat Backhaus deutlich. „Dabei
können wir glücklicherweise auf gewachsene Strukturen zurückgreifen, denn die
drei genannten Bildungsträger sind seit mehr als 15 Jahren in diesem Bereich
aktiv und kennen daher den regionalen Arbeitsmarkt. Diese Strukturen sind eine
wesentliche Stärke der Region und anhand der verschiedenen Maßnahmen für die
unterschiedlichen Zielgruppen wird deutlich, welche große Rolle diese
Einrichtungen in unserer Region spielen, das heisst; der Gedanke des Kulturland
Kreis Höxter ist auch in der Weiterbildungslandschaft lebendig.“ Ausdruck dieser
Verbundenheit ist die Tatsache, dass die drei Bildungsträger nun
Partnerschaftsbetriebe des Kulturland Kreis Höxter sind und dies jetzt mit dem
Kulturlandlogo – Schild auch nach außen demonstrieren werden. Die Maßnahmen, die
die Träger in enger Verbundenheit durchführen, werden unter anderem durch den
Kreis Höxter oder das Land NRW finanziert. Ein großer Teil von Geldern für die
geleitete Entwicklung der Teilnehmerkompetenzen fließt auch aus Mitteln der
Bundesagentur für Arbeit, machte Ludgerus Niklas, Geschäftsführer der
Kreishandwerkerschaft Höxter – Warburg, deutlich. Die Ausschreibung von
Maßnahmen der Bundesagentur geschieht jedoch immer mehr auf bundesweiter Ebene.
Dadurch kommen immer mehr externe Einrichtungen zum Zuge. „Damit ist ein Problem
verbunden“, macht Ulrich Fraune von der Volkshochschule Höxter – Marienmünster
deutlich. „Die notwendige Kommunikation und Kooperation zwischen den
Bildungseinrichtungen, den Menschen in unserer Region und den Unternehmen geht
auf Dauer verloren. Nur aufeinander abgestimmte Qualifikationen und
Weiterbildungen zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen helfen Erwerbslosen
und Mitarbeitern heimischer Betriebe wirklich weiter. Die Bildungseinrichtungen,
die von außen kommen, müssen das Rad neu erfinden, dass heißt, sie müssen all
das, was hier vor Ort kontinuierlich gewachsen ist, nochmals aufbauen. Und
unsere Bildungseinrichtungen können ihre nachweisbar gute Arbeit nicht
fortsetzen.“ Wie effektiv das System der engen Kontakte zwischen Betrieben und
den lokalen Bildungsträgern funktioniert, machte Fraune mit einem Beispiel
deutlich: „Bei einer Maßnahme in diesem Jahr mit 25 Jugendlichen konnten wir 18
einen Ausbildungsplatz vermitteln.“ Auch Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln
als Verbandsvorsteher des VHS – Zweckverbandes Diemel – Egge – Weser kann die
Entscheidung für externe Bildungsträger nicht nachvollziehen. „Das Kulturland
Kreis Höxter ist auch ein Bildungsland Höxter“, zog er eine Parallele zu der
Dachmarke des Kreises, die auf das Motto setzt: „Aus der Region – für die
Region“.
Westfalen-Blatt, Oktober 2005
Regionalmarketing Kulturland Kreis Höxter · Der Landrat · Moltkestrasse 12 · 37671 Höxter
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