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Pressespiegel 2007

Genuss der einfachen Dinge
Kulinarisches Schaufenster verwöhnt in Nieheim mit westfälischen Auslagen

Nieheim

Nieheim. Der Duft ist wirklich betörend. Frisch geröstet, riecht der Kaffee nach Nüssen, ein bisschen süßlich, und er macht Lust aufs Probieren. Das Geheimnis der „Nieheimer Mischung“, von der Manufaktur Becking aus Hamburg eigens für das Westfalen Culinarium in Nieheim komponiert, wurde während des „Kulinarischen Schaufensters“ ein wenig geöffnet und fand auf Anhieb begeisterte Anhänger. Denn die „Nieheimer Mischung“ ist ein beschwingter Kaffee mit viel südamerikanischem Temperament, mild, aber mit wenig Säure. „Eben ein echter Tante-Clara-Geschmack, der dazu anregt, doch nochein Tässchen mehr zu trinken“, meint Dr. Bernward Pohlmann. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Hamburger Unternehmens – selbst leidenschaftlicher Kaffeetrinker und studierter Germanist – stellte in Nieheim mit Hilfe eines kleinen Kaffeerösters das exklusive Getränk vor und gab den Besuchern Tipps, wie Kaffee richtig zubereitet und gelagert wird. Was die meisten nicht wissen: Kaffee, ganz gleich ob gemahlen oder in gerösteten Bohnen, sollte im Kühlschrank aufbewahrt und vor allem nicht in irgendwelche Gefäße umgefüllt werden. „Dann nämlich kommt Luft an den Kaffee, die Öle oxidieren und der Kaffee altert innerhalb weniger Tage“, sagt Pohlmann, der in Paderborn aufgewachsen ist und über Peter Hille promoviert hat.

Aber nicht nur Kaffee lockte bei der zweiten Auflage des „Kulinarischen Schaufensters Westfalen“ in Nieheim. Die Besucher unternahmen eine kulinarische Reise durch das vielfältige Nordrhein-Westfalen. Ob knackiges Obst und Gemüse, hauchzarter Knochenschinken, würzige Käsevariationen, geräucherter Fisch oder Wildspezialitäten aus heimischen Wäldern, die regionalen Initiativen und Hersteller trafen rund um das Westfalen Culinarium jeden Geschmack und informierten über die Verarbeitungsprozesse ihrer Produkte.

Während am Samstag bei schönstem Sonnenschein nur wenige Besucher durch die Lange Straße bummelten, kamen am Sonntag beträchtlich mehr Gäste.Und die meisten zeigten sich interessiert und fragten an den Ständen gezielt nach den regionalen Spezialitäten. „Das ist kein Durchlaufpublikum, sondern Verbraucher, die wirklich intensiv nachfragen“, berichtet Stefan Waltering und ergänzt: „Und das ist in Nieheim weitaus angenehmer als bei manchen Großveranstaltungen“. Der Vorstandvorsitzende der Schutzgemeinschaft Westfälischer Schinken- und Wurstspezialitäten sieht in dem verstärkten Interesse an regionalen Produkten einen Gegentrend zur Globalisierung. „Die Menschen sind wieder auf der Suche nach ihrer Identität, setzen bei den Lebensmittel mehr auf nachvollziehbare Kreisläufe“, hat er die Erfahrung gemacht. Das persönliche Gespräch und das Hersteller, der ursprüngliche Produkte anbietet, werden immer wichtiger. Auch Artur und Gisela Stiewe sind ganz gezielt nach Nieheim gekommen. „Um frisches Obst zu kaufen und uns die tollen Museen anzusehen“, sagt das Ehepaar, das in Beverungen wohnt. „Wir haben schon immer gehört, Nieheim ist sehr rege und hat schöne Ideen, das können wir nur bestätigen“. Theo Reineke, Geschäftsführer des Westfalen Culinariums, zeigte sich trotz weniger Besucher
zufrieden und schickte vor allen ein „dickes Dankeschön an Petrus für das schöne Wetter“. Denn viele Nieheimer Veranstaltungen mussten in diesem Jahr oft die Launen des Himmels bewältigen. Beim „Kulinarischen Schaufenster“ hatte der goldene Oktober jedoch ein Einsehen.



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NW, 10/2007


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