Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff

Eigentümerin des „Gräflichen Park Grand Resort“ 

Er wirkt romantisch und farbenprächtig, eröffnet weite Ausblicke und gilt im Kulturland als einer der schönsten Plätze der Entspannung: Genauso empfindet es Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff, wenn sie die Auffahrt zum Gräflichen Park nimmt. „Es ist, als kommt man auf einen anderen Stern, alle Sorgen, Nöte und Probleme fallen plötzlich ab“, so schwärmt die Gräfin über ihren 64 Hektar großen englischen Landschaftsgarten, der für sie wie Seelenbalsam wirkt. Und den kann Gräfin Annabelle jeden Morgen genießen, wenn der erste Gassigang mit Labradoodle-Hündin Frieda durch den weitläufigen Park in den Wald führt.    

Dabei hatte die vielgereiste Kunsthistorikerin einst andere Pläne für ihre Zukunft, als sich mit Gärten und Landschaft zu beschäftigen. New York, London, Berlin, vielleicht Caracas hießen die Metropolen ihrer Träume. Alles schien möglich. Doch dann kam die Liebe. Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff brachte die überzeugte Städterin 1996 in den Kreis Höxter. Annabelle Gräfin von Oeynhausen-Sierstorpff musste sich umstellen. Aber sie hat inzwischen ihre neue Heimat im Kulturland gefunden und sieht stets aufs Neue das Potential. Sie begeistert sich für den Gräflichen Park und erkennt in ihm die Möglichkeit, Bad Driburg wieder in einen „Ort des ländlichen Vergnügens“ zu verwandeln, so wie es einst Bad-Gründer Caspar Heinrich von Sierstorpff im 18. Jahrhundert vorschwebte.

Durch die „Diotima-Gesellschaft“ wird der Gräfliche Park regelmäßig zur Bühne, auf der sich renommierte Künstler, Autoren, Musiker, Wissenschaftler sowie Film- und Theaterleute tummeln. „Die Leute kommen nicht von alleine, Gärten und Parks muss man mit Leben füllen“, so die Devise der Gräfin, die ihr Netzwerk weit geknüpft hat. Hellmuth Karasek, Richard David Precht, Jörg Thadeusz, Markus Lüpertz, das Leipziger Streichquartett sowie Désirée Nick sind nur einige, die den Weg in den Gräflichen Park gefunden haben und teilweise immer wieder finden.

Kultur im Dialog mit der Natur zu fördern, hat sich Annabelle von Oeynhausen-Sierstorpff von Anfang an auf die Fahnen geschrieben. Doch: „Die Veranstaltungen müssen Qualität haben, um wirklich zu überzeugen.“ Kultur sei inzwischen längst kein weicher Wirtschaftsfaktor mehr, sondern ein knallharter, der darüber entscheidet, wie sich eine Region letztendlich positioniere.

Die Gräfin setzt sich dafür ein, dass der Landschaftspark – dieser ist übrigens einer der Ankergärten des European Garden Heritage Network, des Europäischen Gartennetzwerks – temporär von Künstlern bespielt wird. Denn der Park solle seine historische Authentizität behalten. „Ich möchte keinen Skulpturengarten einrichten, aber begrenzte Aktionen in bestimmter Qualität locken Besucher in die Region.“ Eindrucksvolle Installationen der Künstler Tony Oursler, Gilles Clément, Bettina Khano oder Michael Beutler geben der Gartenliebhaberin Recht. Eine besondere Ausnahme und ein Höhepunkt des Parkbesuches bleibt der Staudengarten, den der niederländische Gartenkünstler Piet Oudolf angelegt hat und der zu jeder Jahreszeit sein Gesicht wechselt.

Der Gräfliche Park steht nicht nur für sich allein. „Vor Ort lässt sich eine ganz vielseitige Gartenlandschaft erleben“, betont die Gräfin, die selbst viel mit der Familie unterwegs ist, um neue Ausflugsziele zu erkunden. Der Landschaftspark Rheder, das Arboretum in Bad Driburg mit den exotischen Bäumen, der Park in Bad Hermannsborn oder der Schlosspark in Wehrden seien nur einige Beispiele der abwechslungsreichen grünen Paradiese in der Region. „Unsere Gärten und Parks bilden ein echtes Markenzeichen im Heilgarten Deutschlands, das auf lebendige Weise Welt- und Menschenbilder der jeweiligen Zeiten widerspiegelt“.

Die Lieblingsplätze von Gräfin Oeynhausen-Sierstorpff