Marienmünster - Kloster der Klänge

Vom Paderborner Bischof Bernhard I. von Oesede unterstützt, stifteten Graf Widukind I. von Schwalenberg und seine Frau Luttrudis im Jahre 1128 unterhalb ihres Burgsitzes ein Benediktinerkloster, genannt Marienmünster.

Als Gründungskonvent zogen Corveyer Mönche ein, die dort einen religiösen und kulturellen Mittelpunkt schufen, zugleich übernahmen sie die Seelsorge in den umliegenden Orten. Durch Pestausbrüche, zahlreiche Fehden und die Auflösung der Grafschaft Schwalenberg beschleunigt, setzte im 14. Jahrhundert ein ökonomischer Niedergang ein - die klösterliche Disziplin ließ mit der Zeit ebenfalls zu wünschen übrig. Für eine Rückbesinnung auf die benediktinischen Regeln sorgte der Anschluss an die Bursfelder Kongregation (1480), dem eine erneute Blütezeit des Klosters folgte.

Umfassende Zerstörungen erlitt Marienmünster im Verlauf des 30jährigen Krieges. Beim Wiederaufbau entstand die noch weitgehend erhaltene barocke Anlage mit der prachtvollen Abteikirche und der 1736-1738 von Johann Patroclus Möller, Lippstadt, gebauten Orgel. Die Barockorgel gilt als eines der schönsten barocken Instrumente der Region.

Nach der Säkularisation (1803) blieb das Gotteshaus weiterhin Pfarrkirche, darüber hinaus übernahm die katholische Kirchengemeinde einige der Konventsgebäude, die übrigen Bauten und das frühere Klostergut gelangten an verschiedene Privateigentümer. Aus dem Besitzanteil der Familie Dehrenthal ging eine 1871 gegründete Stiftung hervor, die sich unter anderem der Instandhaltung und Pflege der Klosteranlage verschrieben hatte. Ein beispielhaftes Engagement im Bereich der regionalen Kulturförderung kam in den letzten Jahren hinzu: Mit Hilfe der Derenthal’schen Stiftung konnten drei für landwirtschaftliche Zwecke nicht mehr benötigte Gebäude zu einer öffentlichen Bildungs- und Begegnungsstätte umgebaut werden. Regelmäßige Musikveranstaltungen sowie Tagungen und Seminare führen dort heute die kulturelle Tradition des Klosters weiter. 

Sehenwert:

Die Abteikirche (kath. Pfarrkirche) mit barocker Innenausstattung und mittelalterlichen Grabreliefs, die lt. Überleiferung den Stifter des Klosters Widukind von Schwalenberg und seinem Sohn Volkwin II. darstellen, ist einen Besuch wert. Ebenso ist eine Barockorgel vom Johann Patroclus Möller zu bewundern. Seit dem Jahr 2014 wurde der Klostergarten der Abtei durch tatkräftige Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer wiederhergestellt und läd heute zum Verweilen & Bewundern ein.

Ein modernes Besucherzentrum FORUM Abtei Marienmünster auf der Nordseite des Klosters empfängt Wanderer, Pilger und Tagesgäste und informiert über die Klosterregion Ostwestfalen-Lippe. Außerdem befindet sich im Wald ein Kreuzweg sowie eine Kapelle und ein Aussichtsturm auf dem nahen Hungerberg.


Abtei Marienmünster
St. Jakobus d. Ä.
Abtei 6
37696 Marienmünster

Tel. 05276 9862624
abtei@pastoralverbund-marienmuenster.de