Pilgern auf dem Weg der Stille

In unserer lauten und hektischen Welt wird Stille und Innehalten ein immer wertvolleres Gut. Sich bewusst für das Pilgern zu entscheiden bedeutet, den Wunsch nach Selbstreflexion im Einklang mit Gott und der Natur in sich zu tragen. Der 40 Kilometer lange Weg der Stille lädt den Wanderer auf drei Etappen dazu ein, Natur zu erleben und ihr zuzuhören. Denn mehr braucht es nicht.

Der ökumenische Pilgerweg verläuft durch den Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge. Er beginnt in Schwalenberg und endet mit der dritten Etappe in Corvey. Die einzelnen Etappen haben eine angenehme Länge. Mit 10 bis 15 Kilometern sind sie auch für ungeübte Wanderer relativ gut zu meistern, lassen aber auch genug Raum zum Rasten und Verweilen. Den Weg prägen Wälder, Forstwege, Alleen, mittelalterliche Kirchpfade, herrliche Aussichten und malerische Ortschaften mit schönen Klosteranlagen. Am Ende des Tages erwarten den müden Wanderer gemütliche Herbergen und regionale Köstlichkeiten.

Wer dem Weg der Stille folgen möchte, startet in Schwalenberg. Ein malerischer Ort mit Burg und evangelisch-reformierter Kirche. Allgegenwärtig ist hier das Element Wasser, das den Wanderer an Brunnen, Stadtwasser und Magdalenenquelle vorbei zur Benediktinerabtei Marienmünster führt.

Bereits im Jahr 1128 gegründet, betritt der Pilger hier einen geschichtsträchtigen Ort. Wer Glück hat, darf der berühmten Johann-Patroclus-Möller-Orgel lauschen. Anschließend führt der Weg hinauf zur Kapelle auf dem Hungerberg. Hier fühlt sich der Pilger dem Himmel besonders nah und er verspürt ein Gefühl von Ruhe und Freiheit. Eben genau das, was der Pilger auf dem Weg der Stille sucht.

Nun führt ein historischer Klosterweg den Wanderer am jüdischen Friedhof vorbei zum koptisch-orthodoxen Kloster Brenkhausen. Das Kloster lädt den Besucher dazu ein, die koptische Kultur näher kennenzulernen.

Ziel des Pilgerweges ist Corvey mit seinem ehemaligen Benediktinerkloster. Sein berühmtes karolingisches Westwerk und die Civitas Corvey haben es 2014 auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes geschafft. In Höxter laden Altstadt und Schloss zum Ausruhen und Verweilen ein, bevor es für den Pilger wieder zurück in die laute Welt geht.

Text: Gabi Knapp

 


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