Der «Eggedom» und das ehem. freiweltliche Damenstift

Weithin sichtbar, erhebt sich der sogenannte Eggedom über der Ortschaft Neuenheerse. Heute als katholische Pfarrkirche St. Saturnina genutzt, gehörte das Gotteshaus einst zum Hochadeligen Freiweltlichen Damenstift Heerse, das bis zu seiner Aufhebung im Jahre 1810 auf eine fast 1000jährige Geschichte zurückblicken konnte.

Der Name der Einrichtung verweist auf zwei Besonderheiten: Das im Jahre 868 vom Paderborner Bischof Luithard und seiner Schwester Walburga gegründete Kanonissenstift stand nur adeligen Frauen offen. Anders als herkömmliche Klöster, die im Idealfall ein streng geregeltes Leben in Askese und Abgeschiedenheit vorsahen, gewährte das Stift einige Freiheiten. Die Kanonissen durften reisen und Geselligkeit pflegen, mussten keine Gelübde ablegen und konnten die Einrichtung wieder verlassen, um zu heiraten - lediglich die Äbtissin gelobte Ehelosigkeit.

Sehenswert:
In der ehemaligen Stiftskirche sind eine Schatzkammer, ein kunstvoll geschmiedetes Eisengitter (um 1400), die Orgel aus dem Jahr 1713 sowie Barockaltäre zu bewundern. Das ehemalige Abteigebäude beherbergt die Vereinigten Museen des Wasserschlosses Heerse. Im Dorf stehen zudem noch frühere Wohnhäuser der Stiftsdamen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Schulklostergarten St. Kaspar befindet sich in direkter Nachbarschaft.


St. Saturnina
Stiftsstr. 1
33014 Bad Driburg-Neuenheerse

Kontakt
Kath. Pfarramt St. Saturnina
Gemmekestr. 2
33014 Bad Driburg-Neuenheerse

Tel. 05259 99900 (Mi & Do: 9:30 bis 11:30 Uhr)

www.pv-bad-driburg.de

Eggedom in Bildern